Hin und weg!

SCHNÄU & DRÄCKIG ist eine Fortsetzungsgeschichte für die Bühne – mehrheitlich auf Schweizerdeutsch. Die Schwarze Komödie erzählt in fünf eigenständigen Teilen von einer Handvoll Bernern, die ihr Glück in Berlin versuchen. Jeder hat seine eigenen Gründe für die Horizonterweiterung. Der eine jettet ins Partymekka, um die Sau rauszulassen. Die andere braucht einen radikalen Schnitt. Der dritte sucht gesellschaftliche Freiheit. Die vierte künstlerische Inspiration. Aber alle holt früher oder später die Heimat ein: Wenn das Geld nicht mehr ausreicht. Wenn die Pläne nicht aufgehen. Wenn der Erfolg in der Fremde endlich ins eigene Land überschwappt. Oder wenn entfernte Verwandte die Wohnung in Beschlag nehmen, weil sie eine kostenlose Übernachtung brauchen.

Die Ferne groovt

Berlin! Das ist Sex, Drugs und Rock’n’Roll! Das ist Inspirationsquelle für Kreative! Das ist Sozialstation für Hängengebliebene! Das ist Sodom und Gomorrha. Das ist Aldi und Lidl. Berlin? Da gehst du unter! Berlin? Da will ich hin! Zu Berlin hat fast jeder ein Verhältnis. Und jeder eine Meinung. Der eine versteht den Hype nicht. Den anderen packt das Fernweh. Der dritte hat’s geseh’n.

Die Heimat ruft

Bern? Die Stadt, aus der man ausbricht, weil sie einem zu eng ist, zu nett, zu intakt? Die man verflucht, weil jeder jeden kennt? Die man verspottet, weil alles so langweilig ist, so vorhersehbar? Plötzlich, frühmorgens in der nasskalten Grosstadt, in einem Nachtbus voller bleicher Gestalten, auf dem Weg von der x-ten Party nach Hause – irgendwann steigt heimlich eine leise Sehnsucht auf: Bern! Marzili-Rituale, Gurten-Festival, Familien-Anschluss. Bern! Gueti Kollege, Kiffen vor Alpenpanorama, Joggen im Bremgartenwald. Bern! Klare Strukturen, Identität, Verwurzelung. Aber kann man zurück, wenn man alle Brücken abgebrochen hat? Und hält man die Häme aus von denen, die es immer schon gewusst haben?

Wo der Bär abgeht

Bern und Berlin. Das ist Kontrast. Das ist Ambivalenz. Das ist fast schon Metapher. Vielleicht ist der gleiche Wortstamm kein Zufall. Vielleicht auch das gemeinsame Wappentier nicht. Vielleicht haben die beiden Hauptstädte mehr miteinander zu tun, als man annimmt. Am Ende bedingen sie sich sogar in ihrer Gegensätzlichkeit – zumindest in den Leben der Bernberliner, welche die Theatersoap beschreibt.